Rotary und Nationalsozialismus

Projekt-Kurznachrichten und ein historischer Rückblick


31. Oktober 2019

Statistiken

Seit dem Erscheinen des Buches zur Convention in Hamburg haben sich Zahlen - geringfügig - verändert. Einige Doppelungen wurden korrigiert, mehrere Rotarier wurden in den Akten gefunden, deren Namen es nicht bis die gedruckten Mitgliederverzeichnisse geschafft hatten. Weitere diskriminierte Rotarier wurden identifiziert. (Diese Zahl wird sich mit fortschreitender Recherche weiter erhöhen.)

Wir haben jetzt die Statistiken auf zwei Seiten übersichtlich zusammengefasst:


17. September 2019

Paul Harris-Ehrungen

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Zu ihrer großen Überraschung und Freude wurden auf der 10. Sitzung des Forschungsprojekts in Frankfurt/M. die vier Autoren / Herausgeber der Broschüre im Namen von Rotary International von PDG Wilfried Gehard mit einem PHF ausgezeichnet.

Das Foto zeigt (von links) Peter Diepold (RC Göttingen), Karl-Hans Hauptmeyer (RC Calenberg-Pattensen), Kurt-Jürgen Maaß (RC Stuttgart-Wildpark), Hermann Schäfer (RC Bonn-Süd-Bad Godesberg) mit Wilfried Gehart (RC Emmendingen-Breisgau).


6. August 2019

Namens-Index zum Buch von Paul Erdmann

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Zu dem 977-seitigen Buch von Paul Erdmann "Rotary unter dem Hakenkreuz. Anpassung und Widerstand in Stuttgart und München" gibt es jetzt einen interaktiven Namensindex. Damit ist eine eine Volltextsuche möglich nach Namen, Orten oder Sachbegriffen. Es werden die Seitenzahlen angezeigt, auf denen der gesuchte Begriff im gedruckten Werk vorkommt sowie der Kontext (einige Zeilen unformatierter Rohtext) dazu. Auf diese Weise wird der Kontext deutlich, in dem der Begriff gebraucht wird.

Das Skript ist mit freundlicher Genehmigung des Salier-Verlags online frei benutzbar. Dank an Rot. Christoph Thiel, DICO im Distrikt 1850, für die Programmierung!

Hier kann man es ausprobieren: Klicken!

"Eine unbequeme Geschichte"

Das Rotary Magazin berichtet: "Eine unbequeme Geschichte. Zur diesjährigen International Convention in Hamburg legte die Forschungsinitiative Rotary in Deutschland von der Mitte der 1920er bis zur Mitte der 1950er Jahre ein weiteres Ergebnis ihrer Arbeit vor. Mit überwältigender Resonanz." (René Nehring)

Über die Jahre hat das Rotary Magazin fast 50 Artikel zum Thema "Rotary und Nationalsozialismus" veröffentlicht.

1. - 5. Juni 2019

Das Projekt auf der World Convention in Hamburg

Gegen anfänglichen Widerstand haben wir in Hamburg erreicht:

Ein großer Dank an die Unterstützer und das Organisationskomittee in Hamburg!

28. Mai 2019

Die Buchankündigung für die Convention wird veröffentlicht.


26. März 2019

9. Arbeitssitzung in Hannover

Abschließende Beratung unseres Beitrages zur Rotary Convention in Hamburg. Stand der deutsch- und der englischsprachigen Broschüre, Vorbereitung des Stands im "House of Friendship" und Breakout Session am Convention-Dienstag Nachmittag. Weiterentwicklung der Datenbank in Richtung auf ein "Digitales Gedenkbuch" zur Würdigung der diskriminierten rotarischen Freunde, die ihre Clubs aus rassistischen oder politischen Gründen verlassen haben.

Zum Protokoll (interner Bereich)

1. Januar 2019

Rotary Magazin: "2804 Freunde in Datenbank erfasst"

Ein von Matthias Schütt verfasster Artikel berichtet in Rotary Aktuell über die Fertigstellung der Projekt-Datenbank.

8. November 2018

8. Arbeitssitzung in Frankfurt/Main

Die Broschüre zur Convention (deutsch/englisch) steht in der Endredaktion. Die Bebilderung wird besprochen.
Die Ergebniss der Datenbank werden diskutiert. PRID Gideon Peiper schlägt ein Projekt vor, in dem deutsche. mit israelischen Schülern, begleitet von ihren Lehrern und unterstützt von Experten, Recherchen zu ausgewählten Namen durchführen sollen.
Erste Überlegungen werden diskutiert, wie die diskriminierten Rotarier im Rahmen eines "Digitalen Gedenkbuches" gewürdigt werden könnten.

Zum Protokoll (interner Bereich)

5. November 2018

"Breakout Session" auf der Convention in Hamburg

Der Antrag der Forschungsgruppe, auf der Convention in Hamburg im Rahmen der "Breakout Sessions" einen anderthalbstündigen Workshop zum Thema "Rotary und Nationalsozialismus". durchzuführen, ist von RI positiv entschieden worden.
Auf der anstehenden 8. Arbeitssitzung am 22. November in Frankfurt werden wir Einzelheiten. besprechen.

Zum Protokoll (interner Bereich)

15. Oktober 2018

Alle Rotarier der Vorkriegsclubs sind aufgenommen.

Die Projekt-Datenbank, deren Struktur 2016 entwickelt wurde, ist jetzt inhaltlich auf dem. neuesten Stand. Sie enthält Informationen zu den 56 Clubs des damaligen Distrikts 73, zu allen. 2.800 Rotariern zwischen 1925 und 1937 und zu den ca. 3000 Akten der deutschen Rotary Clubs,. die die GESTAPO nach der Auflösung der Clubs 1937 konfisziert hatte.

Damit sind jetzt auch verlässliche und nachprüfbare Aussagen über die Mitgliederbewegungen. in der Nazizeit möglich. So verließen ein Drittel der deutschen Rotarier zwischen 1932 und 1934. ihren Club. Darunter befanden sich viele vom NS-Regime Diskriminierte. Diese Gruppe ist. für unsere Recherchen von besonderem Interesse. Im gleichen Zeitraum wurden. 665 Herren neu aufgenommen. Man kan davon ausgehen, dass darunter keine Juden mehr waren. Freilich. gab es Clubs, die bis 1936 ihre jüdischen Mitglieder im Club hielten, so z.B. Breslau.

18. Juli 2018

7. Arbeitssitzung in Frankfurt/Main

Der Text der Broschüre für die Convention in Hamburg liegt vor und geht in die Endredaktion. Barry Rassin, Präsident RI, wurde über das Projekt unterrichtet. Es wird angestrebt, das Projekt in einer "Breakout Session" und auf einem Stand im "House of Friendship" zu präsentieren.

Der Distrikt 1820 hat € 10.000 zur Finanzierung einer wissenschaftlichen Nachwuchskraft für Forschung und Publikation über die sächsischen Altclubs zur Verfügung gestellt.

11. Juli 2018

FAZ-Rezension des Buches von Erdmann

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11. Juli 2018 ist eine Rezension des Buches von Paul Erdmann erschienen: Rotarier unterm Hakenkreuz mit der Überschrift "Ohne ein Wort des Bedauerns. Wie hielten sie es mit Hitler? Paul Erdmann untersucht die Geschichte der Rotary Clubs Stuttgart und München". Lesenswert! Kritisch wird das Fehlen eines Personenindex angemerkt. Das ließe sich unschwer nachtragen und wäre digital schnell zu erstellen und online verfügbar zu machen, wenn der Verlag unserer Forschungsgruppe die pdf-Datei zugänglich machen könnte0.

Juli 2018

Titelthema im Rotary Magazin

Rotary und der Nationalsozialismus ist Themenschwerpunkt des Juliheftes. Mehrere Beiträge beschäftigen sich mit Karl Wolfsknecht, 1930 Gründungsredaktür der Zeitschrift "Der Rotarier", "jüdisch, römisch, deutsch zugleich", der 1933 nach Neuseeland emigrierte.

Über die Jahre sind mehr als 40 Artikel zum Thema "Rotary und Nationalsozialismus" im Rotary Magazin erschienen und haben dazu beigetragen, dass sich auch die Rotarier kritisch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

4. Juni 2018

Alle Rotarier der 30er Jahre sind erfasst.

Ein wichtiges Ziel ist erreicht: Alle Rotarier des Distrikts 73 sind jetzt einzeln in der Personen-Datenbank des Projekts mit den Jahren ihrer Mitgliedschaft und vielen weiteren Informationen recherchierbar.

Damit haben wir zum ersten Mal verlässliche empirische Daten über die Zahl der Rotarier, die nachweislich zwischen 1925 und 1937 Mitglied in einem Club des Distrikts 73 waren. Es sind insgesamt 2.770 Rotarier, davon in deutschen Clubs 2.133, in österreichischen Clubs 599 und im Rotary Klub Danzig 38.

Wir können jetzt auch alle Rotarier namentlich benennen, die nach 1932 Rotarier waren und 1934 nicht mehr. Distriktweit war dies ein Viertel, nämlich 664 Rotarier. Damit können wir, soweit noch nicht geschehen, gezielter diesem Personenkreis nachgehen und im Einzelnen festzustellen versuchen, wer von ihnen vom NS-Regime diskriminiert wurde oder wer aus Nähe zum Regime seinen Club verließ und was sein weiteres Schicksal war.

Rechercheergebnisse zu Rotariern aus den Vorkriegsclubs werden laufend den betreffenden Personendaten zugefügt. Die Daten sind, durch Passwort geschützt, Clubs und Forschern zugänglich.

Anfragen an Peter Diepold. 7. März 2018

6. Arbeitssitzung, Frankfurt/M.

Sachstandsberichte über den Stand der Recherchen zu Altclubs, zur Datenbank der Clubs, Mitglieder und Veröffentlichungen, zur Broschüre und zu Aktivitäten anlässlich der Rotary Convention in Hamburg, zum Crowdfunding,

März 2018:

Paul Erdmann: Rotarier unterm Hakenkreuz.

Wie geht ein Rotary Club mit einer Diktatur um? Das ist die zentrale Frage des Buches von Paul Erdmann, die er am Beispiel der Rotary Clubs Stuttgart und München untersucht. Ist die Lösung Anpassung, ist sie Gleichgültigkeit, ist sie Widerstand? Als zivilgesellschaftliche private Organisation mit ihren Prinzipien der Meinungs- und Religionsfreiheit sowie der Toleranz standen die Rotarier konträr zu den nationalsozialistischen Machthabern. Diese wollten zunächst von der Internationalität der Rotary Clubs profitieren und ihre Kontakte ins Ausland propagandistisch nutzen. Der Preis für eine Erhaltung der Clubs sollte die Trennung von ihren jüdischen, freimaurerischen, marxistischen, sozialdemokratischen und anderen „missliebigen“ Mitgliedern sein. Für Rotarier mit ihren Werten Freiheit, Gleichheit und Toleranz war das eine völlig inakzeptable Forderung. Dennoch „verschwanden“ zwischen 1932 und 1933 insgesamt 500 Namen aus den Mitgliederverzeichnissen – fas ein Drittel aller damaligen Rotarier. Das prominenteste Opfer: Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann.

Das 977-seitige, sorgfältig recherchierte und spannend zu lesende Studie wird im März erscheinen - durchaus geeignet für ein Geschenk unter Rotariern oder ein Dankeschön des Präsidenten für einen externen Referenten. Es kostet € 29,80: und kann hier bestellt werden: ---> https://salierverlag.de/produkt/rotarier-unterm-hakenkreuz/

8. März 2018:

Hellmut Wagner: "Rotarier untern Hakenkreuz - Freunde in Not"

Der Vortrag im RC Karlsruhe vom 30.01.18 ist online. Zusammen mit den Clubfreunden Mürb und Sieber geht der Autor dem Schicksal der sieben jüdischen Mitglieder des Rotary Klub Karlsruhe nach, die als Mitgründer des Clubs "unter den Nazis ein bitteres Schicksal erleiden mussten".

16. Dezember 2017

Recherchen in der Online-Datenbank sind jetzt möglich.

In drei Bereichen (Club, Personen, Dokumente) sind die bislang verfügbaren und miteinander in einem relationalen Datenbankmodell verknüpften Materialien (ca. 2.000 Namen, 60 Clubs und 100 Dokumente) für die Mitglieder der Forschungsgruppe recherchierbar.Ein wichtiges und notwendiges Buch über die deutsche Vergangenheit dieser großen weltweit vertretenen Serviceorganisation. Allerdings ist der Datenumfang noch gering, und die Gruppe ist aufgerufen, die auf eigenen Computer liegenden Informationen einzutragen, so dass alle davon profitieren können.

Öffentlich zugänglich ist die aktuelle Gesamtverzeichnis aller öffentlich zugänglichen Dokumente, eine Übersicht von Veröffentlichungen zu einzelnen Altclubs, und die Namensliste der Gruppe.

17. Oktober 2017

Online-Datenbank

Es ist jetzt eine Abfrage der von der GESTAPO beschlagnahmten Akten der Vorkriegsclubs möglich. Angezeigt werden die einzelnen Akten mit Nummer und Fundort. Eingegeben werden können beliebige Begriffe, wie Namen, Clubnamen, Orte usw. (intern, passwortgeschützt).

Schon aus der Beschreibung der Akten lassen sich viele wichtige Informationen entnehmen. Die betreffenden Akten selbst liegen in Berlin und können auf Antrag dort eingesehen werden.

4. Oktober 2017

Die 57 zwischen 1925 und 1937 im Distrikt 73 gegründeten Rotary Clubs sind jetzt mit ihren offiziellen Daten und den Mitgliederverzeichnissen übersichtlich zusammengefasst (intern, passwortgschützt).

27. September 2017

Handreichung: Hilfen für Recherchen

Karsten D. Wick, Roland Besser und Sabine Graf haben eine dreiseitige tabellarische Übersicht darüber zusammengestellt, wie, wo und unter welchen besonderheiten man Informationen über ehemalige Rotarier bezüglich ihrer Mitgliedschaft zum Rotary Club, ihrer Tätigkeit im Dritten Reich oder ihrem Schicksal als Juden oder "jüdisch Versippten" finden kann (z.B. Rotary-Archive, Entnazifizierungsakten in den Landesarchiven, Datenbank Yad va Schem u.a.) . Die Tabelle ist eine umfassende und viel Zeit sparende Hilfe für Recherchen nach Rotariern eines bestimmten Clubs und ihren Aktivitäten in den 30er Jahren und danach.

27. September 2017

Fünfte Arbeitssitzung in Köln

Themen waren: Informationen über den Stand der Broschüre, der Beantragung enes Drittmittel-orschungsprojekts zu Formen der Vergemeinschaftung in Clubs und Vereinen von der Weimarer Republik bis zur frühen Bundesrepublik, Dokumentation über die in den 30er Jahren ausgeschlossenen Mitglieder und deren Schicksal, Publikation des 800 Seiten starken Buches von Paul Erdmann "Rotarier unterm Hakenkreuz. Anpassung und Widerstand in Stuttgart und München", Stand der Forschungs-Datenbank und Berichte im Rotary Magazin. Finanzprobleme.

5. Juli 2017

Planung für eine Broschüre

In Göttingen tagt eine kleine Arbeitsgruppe (Diepold, Gruner, Hauptmeyer, Maaß, Mayer, Schäfer, Wick) zum Thema Broschüre samt Internetpublikation zur Rotary Convention 2019. Sie soll in englischer und deutscher Sprache knapp und in anschaulicher, allmeinverständlicher Sprache über den Stand des Projekts berichten.

Zum Protokoll der Sitzung (Entwurf, intern).

9. Mai 2017

Projekt "Mitgliederverzeichnisse" abgeschlossen.

Die 7 Mitgliederverzeichnisse aller deutschen und österreichischen Clubs des ehemaligen Distrikts 73 sind eingescannt, mit OCR lesbar gemacht und sowohl als Gesamtausgaben wie auch nach Clubs und Jahren übersichtlich aufgestellt. Mitglieder der Forschungsgruppe können in den Dateien nach Begriffen (z. B. Namen) suchen, Textteile markieren und auf den eigenen Computer übernehmen (intern, passwortgeschützt).

27. April 2017

Vierte Arbeitssitzung in Hannover

Gruppenfoto

Die Forschungsgruppe tagt zum 4. Mal, diesmal bei der Volkswagen-Stiftung in Hannover. Ein Klick auf das Bild stellt das Foto in hoher Auflösung dar.

Zum Protokoll der Sitzung (intern).

Die Arbeitsgruppe hat über ihre Mitglieder Kontakte zu den Nachfolger der Altclubs aufgenommen. Die dezentrale Erfassung der Geschichte der bis 1937 bestehenden Clubs verdichtet sich. Alle ausgeschlossenen Mitglieder sollen erfasst werden, und die Lebenswege der als Folge der RS-Rassenideologie oder aus religiösen, politischen oder anderen Gruppen ausgeschlossenen Mitglieder sollen skizziert werden.

Die Arbeit an einer Datenbank der Clubs, Personen und Dokumenten schreitet voran. Die inzwischen digitalisierten Mitgliederverzeichnisse der Clubs werden zugänglich gemacht. Für die Rotary Convention 2019 soll eine Broschüre erstellt werden, die über Vorgehen und Ergebnisse berichtet.

Die Studie von Paul Erdmann über den Suttgarter Club und den Vergleich mit Münschen soll gedruckt werden.

20. April 2017

"Rotary unterm Hakenkreuz" abgeschlossen

Paul Erdmann hat seine 840 Seiten umfassende Monographie "Rotarier unterm Hakenkreuz. Anpassung und Widerstand in in Stuttgart und München" abgeschlossen. Sie wird jetzt für den Druck vorbereitet. Das Manuskript ist im internen Bereich der Arbeitsgruppe schon einsehbar.

Januar bis März

Mehrere Veröffentlichungen im Rotary Magazin:

25. Februar 2017

Mitgliederverzeichnisse:

Das Projekt ist abgeschlossen. Es liegen vor die Scants aller gedruckten Mitgliederverzeichnisse des Distrikts 73, d.h. von 1929/30 bis 1936/37, mit Ausnahme des Jahres 1933/34, in dem kein Mitgliederverzeichnis gedruckt wurde. Alle Verzeichnisse sind inzwischen mit OCR bearbeitet, d.h. man kann in ihnen nach bestimmten Wörtern, z.B. Namen von Mitgliedern, suchen.

26. Januar 2017

Mitgliederverzeichnisse werden digitalisiert

Das erste Rotary-Mitgliederverzeichnis von 1929 ist jetzt eingescannt und mit einem Texterkennungsprogramm so bearbeitet, dass man nach Namen suchen oder ggf. einzelne Textteile markieren, in den Arbeitsspeicher übernehmen und anschließend weiterverarbeiten kann ("cut and paste").

neu in der Literaturliste:

Nationalsozialistische Dokumente zu Rotary

weitere Beiträge

9. Januar 2017

Jahres-Mitgliederverzeichnisse jetzt per Club

Die umfänglichen (70-80 MB) Mitgliederverzeichnisse 1932 und 1935 müssen nicht mehr als Ganzes abgerufen werden. Man einzelne Clubs aufrufen. 1935 enthält einen Index aller Mitglieder.

Dezember 2016

Datenbank in Arbeit

Für die Forschungsarbeit ist es wichtig, verfügbare Informationen über Personen, Quellen und Institutionen so miteinander zu verbinden, dass Clubs und Forscher schnell einen Überblick über die Quellenlage erhalten können und komplexe Abfragen möglich werden. Eine entsprechende relationale Datenbank auf der Basis von MySQL und php ist, dank der Kooperation mit dem GStA, in der Entwicklung.

Mitgliederverzeichnisse werden verfügbar

Die Clubverzeichnisse der Altclubs werden digitalisiert. Ulrich Soénius hat die Verzeichnisse für die Jahre 1932 und 1935 digitalisiert, sodass erste Vergleiche der Zu- und Abgänge von Mitgliedern möglich werden. Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz wird uns Anfang des Jahres die noch fehlenden Verzeichnisse ausleihen. Sie sollen in Göttingen digitalisiert werden und Mitte Januar verfügbar sein.

3. November 2017

Dritte Arbeitssitzung in Frankfurt/M.

Zum Protokoll der Sitzung (intern).

Wolfram Pyta hat seinen Artikel „Das Bürgertum und die NS-Zeit“ im Rotary-Magazin publiziert. „Bürgerliche Organisationen taten sich lange schwer, ihre eigene Geschichte zwischen 1933 und 1945 zu erforschen. Das ändert sich jetzt. Auch Rotary geht auf Spurensuche.“

Mitgliederlisten 1932 und 1935 digital

Ulrich Soénius hat die Mitgliederlisten der rotarischen Clubs 1932 und 193 des ehemaligen rotarischen Distrikts 73 einscannen lassen. Sie werden im geschützten Bereich der Internetseite des Projekts eingestellt. Die Mitgliederlisten der anderen Jahre sollen ebenfalls zugänglich gemacht werden.

Altclubs

In der Literaturliste werden die bekannten Veröffentlichungen zu den Altclubs alphabetisch aufgezeigt, sodass man sich schnell ein Bild über den Stand der Aufarbeitung machen kann. Wo noch Lücken sind, werden Mitglieder der Forschungsgruppe Altclubs kontaktieren und sie ermuntern, "sich selbständig der Clubgeschichte zu widmen". Der Expertenkreis wird dies koordinieren, eine Handreichung erstellen und für die wissenschaftliche Standardisierung dieser Arbeiten sorgen.

Synopse der bisher vorliegenden Forschungen

Die bisherigen Dokumentationen zu Clubs, Personen, Veröffentlichungen usw. sollen zusammengebracht und in einer besonders geschützten relationalen Datenbank dokumentiert werden, die Recherche in vielfältiger Weise ermöglicht. Peter Diepold wird sich darum kümmern.

Die Namensliste der Projektgruppe wurde aktualisiert.

"Rotary unterm Hakenkreuz" überarbeitet und online

2016: Paul Erdmann hat seine 530 Seiten umfassende Monographie "Rotarier unterm Hakenkreuz. Anpassung und Wiederstand in in Stuttgart und München" aktualisiert. Sie ist jetzt online verfügbar, muss aber für den Druck noch überarbeitet werden.

Oktober 2016

Dokumentation verbessert und aktualisiert

Die Homepage wird verschlankt.

Strukturierte Übersicht der Veröffentlichungen zum Thema, insbesondere die bereits vorliegenden clubinternen oder öffentlichen Arbeiten aus den Altclubs über die Zeit vor 1937 werden systematisch zusammengestellt. Sie sind zunehmend digitalisiert und werden als pdf-Dateien der Projektgruppe zugänglich gemacht. Wo dies aus Copyright-Gründen möglich ist, werden die in der öffentlichen Liste ---> „Rotary und Rotarier in Deutschland 1925-1955" genannten Titel auch auf die Originale verlinkt.

Der Verlauf des Projekts und seine Vorgeschichte sollen in diesem Blog dokumentiert und aktualisiert werden.

September 2016

Neue Dokumente aus dem RC Linz

Der Historiker und Archivar des RC Linz Wolfgang Seitz hat Protokolle aus der Zeit zwischen 1933 und 1936 gefunden, die noch nicht im Archiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz liegen. Sie sind jetzt digitalisiert.

Bemerkenswert ist der vertrauliche Bericht über ein Gespräch zwischen dem Governor des Distrikts 73 (Deutschland/Österreich) Prinzhorn und dem Reichsführer der SS Himmler im Mai 1933 --> hier nachzulesen.

1. Juli 2016:

Crowd-Funding

Bislang sind € 1.800 in mehreren größeren Beträgen aus 5 Clubs eingegangen. Die Idee eines Crowd Funding - viele kleine Einzel-Spenden - ist Rotariern wohl noch nicht so bekannt. Die Projektgruppe möchte aber nicht die üblichen Finanzierungsmodelle strapazieren - Umlage pro Club oder Distrikt -, vielmehr vertraut sie darauf, dass einzelne Rotarier, denen das Thema "Rotary und Nationalsozialismus" ein Herzensanliegen wird, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten persönlich engagieren - durch gelegentliche Spende(n) oder durch ehrenamtliche Mitarbeit - oder auch durch beides.

16. Juni 2016

Zweite Arbeitssitzung der Projektgruppe in Frankfurt/M.

Das weitere Vorgehen wird abgesprochen. Das Projekt soll als dezentrales rotarisches Projekt auf der Basis von ehrenamtlicher rotarischer Zusammenarbeit durchgeführt werden. Sofern die Clubs nicht ohnehin im Expertenkreis vertreten sind, bieten erfahrene bzw. geschichtswissenschaftlich geschulte Rotarierinnen und Rotarier ihre Mithilfe an. Die fachliche Zusammensetzung des Expertenkreises stellt sicher, dass nach neuesten Standards der zeitgeschichtlichen wissenschaftlichen Forschung vorgegangen wird.

Zum Protokoll der Sitzung (intern).

Priorität soll zunächst die Situation um und nach 1933 haben. Mitglieder der Projektgruppe sollen Kontakte zu den in der Zeit zwischen 1927 und 1937 existierenden Clubs aufnehmen – zunächst hinsichtlich der ausgeschlossenen und ausgetretenen Mitglieder ab 1933 – und als Ansprechpartner für das Vorhaben zur Verfügung stehen.

Ulrich Soénius, der bereits das Aktenverzeichnis „Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz: I.HA Rep 228. Rotary International, Distrikt 73 (Depositum)“ begleitet hatte, wird ermitteln, auf welche Weise die in Moskau verbliebenen Akten nutzbar gemacht werden könnten.

23. April 2016

Governorrat berät

Der Deutsche Governorrat berät über das Projekt. Antrag (---> Text): Die Governor mögen auf das Projekt bei ihren Besuchen hinweisen. Wegen einer Kommunikationspanne kommt es zu keinem Beschluss.

April 2016

Crowdfunding-Spendenkonto eingerichtet

: Der DGR richtet zur Unterstützung des Vorhabens als "Projekt zur Völkerverständigung" durch einzelne Rotarier wie Clubs ein Spendenkonto ein:
RDG Düsseldorf, IBAN DE80300700100394120000
Verwendungszweck: Projekt P2410: Völkerverständigung + Clubnummer des Spenders
Spendenbescheinigung wird ausgestellt bei > € 200; darunter genügt der Überweisungsbeleg

1./2. April 2016

Abstimmung mit dem LADI

Information des Länderausschusses Deutschland-Israel (LADI) und inhaltliche Abstimmung anlässlich dessen Meeting in Hildesheim. Die Ergebnisse der LADI-Umfrage 2012/13 nach ausgeschlossenen jüdischen Mitgliedern sollen integriert werden.

Homepage erstellt

QR Code Homepage März 2016:Auf der Internet-Seite des Deutschen Governorrats wird die Homepage eingerichtet:


4. März 2016

Projektgruppe gegründet. Erste, konstituierende Sitzung in Hannover

Expertengruppe

März 2016: In Hannover treffen sich Vertreter aus 13 Clubs: (von links): Karsten D. Wick, Matthias Stickler, Kurt-Jürgen Maaß, Ulrich Andermann, Hans Otte, Hans-Jürgen Leuchs, Dieter Brosius, Paul Erdmann, Gideon Peiper, Peter von Wussow, Carl-Hans Hauptmeyer, Dietger Oberndorfer, Ulrich Soénius, Peter Diepold, Paul U. Unschuld, Wilhelm Habermalz. Der Klick auf das Bild zeigt es in voller Größe. Zum Protokoll der Sitzung (intern).

Über die Ergebnisse berichtet das Rotary Magazin in seinem Juniheft.

Es wird eine dezentrale, arbeitsteilige Projektdurchführung – möglichst durch rotarische Fachleute – in modularisierter Vorgehensweise abgesprochen. Zur Mitarbeit sind interessierte Rotarier, insbesondere Historiker, eingeladen. Prof. Hauptmeyer hat sich zur Koordination des Projekts bereit erklärt. Der Zeithorizont beträgt drei Jahre.

Erforscht werden sollen zuächst die Lebensläufe ausgeschlossener Mitglieder. Clubs, die sich bisher noch nicht mit dem Thema Nationalsozialismus in ihrer Clubgeschichte (bis etwa 1950) befasst haben, sollen dazu angeregt werden. Es soll für die Clubs eine Art „praktische Handreichung“ verfasst werden. Ggf. könnten Spezialfragen durch Mitarbeiter an wissenschaftlichen Institutionen über Drittmittel behandelt werden.

Aber auch die Rolle RIs in den 1930er Jahren soll untersucht werden. War man in den USA oder in der Europazentrale in Zürich zu zögerlich? Zu vorsichtig? Oder zu uninformiert? Wurde Rotary International getäuscht? Die Haltung zu Nazi-Deutschland war jedenfalls ambivalent. Hätte Rotary International schon vor 1937 die Schließung aller deutschen Clubs herbeiführen können? Hat RI Hilfen bei der Emigration verfolgter Rotarier leisten können? Oder war dafür das Rotary-Netzwerk in Deutschland noch zu jung gewesen?

Oktober 2015

Forschungsprojekt vorgeschlagen

Maass Im Rotary Magazin schlägt Prof. Kurt-Jürgen Maaß die Aufarbeitung der Rolle Rotarys während des Nationalsozialismus vor. "Wir sind jetzt im Jahr 78 nach der erzwungenen Schließung der Rotary Clubs im Nationalsozialismus. Ich weiß, wie schwer sich viele große Industrieunternehmen, Organisationen, Ministerien oder Universitäten damit getan haben, ihre dunkle Zeit aufzuarbeiten. Aber alle, die es gemacht haben, sind um eine gemeinsame Erfahrung reicher: Die Wahrheit befreit. Es wird deshalb höchste Zeit, unsere historische Kenntnislücke zu schließen."



Kurzinformation: Das Thema in der Vergangenheit

Umfrage des LADI an Altclubs

2012: Der Länderausschuss Deutschland-Israel (LADI) bittet die 1937 aufgelösten deutschen Rotary Clubs um Angaben über jüdische Clubmitglieder. Die antwortenden Clubs bleiben ohne Rückmeldung; die Umfrage versandt.

Festschrift "Den Menschen verpflichtet"

2002 erscheint in Hamburg zur 75-Jahre-Jubiläumsfeier von Rotary in Deutschland die Festschrift "Den Menschen verpflichtet." Der Deutsche Governorrat hatte auf seiner Herbstkonferenz 1999 einen entsprechenden Auftrag an PDG Manfred Wedemeyer (RC Sylt-Westerland) erteilt. In zwei kurzen Kapiteln "Rotary und der neue Staat" und "Konflikt und erzwungene Selbstauflösung zum 15. Oktober 1937" wird das Thema behandelt.

Aufarbeitung in den Clubs

Einzelne Altclubs setzen sich - i.d.R. anlässlich von Charterjubiläen - mit ihrer Vergangenheit auseinander. Seit 1989 haben sie Zugang zu den von der GESTAPO konfiszierten Clubakten. Vgl. die Dokumentation zu verschiedenen Clubs.

Über einzelne Fälle wird in den Clubs und zum Teil auch in kleineren Publikationen berichtet, etwa vom Rotarier Karl-Josef Kuschel über Thomas Mann („Glanz und Elend eines deutschen Rotariers“, Vortrag beim RC Stuttgart-Rosenstein im September 2008) oder vom Rotarier Paul Erdmann über Clemens von Franckenstein und Karl Wolfskehl („Als plötzlich rotarische Freundschaft nichts mehr galt“, Vortrag beim RC Stuttgart im Mai 2009) oder wie jetzt gerade im Rotary Magazin vom Juli 2015 von Friedrich Voit über Karl Wolfskehl („Verbannter Geist“).

Akten der Altclubs werden zugänglich

Nach der Selbstaufösung hatten die Clubs ihre Akten der GESTAPO übergeben müssen. Diese wurden in Schlesien gelagert, bei Kriegsende von der UdSSR nach Moskau gebracht, 1957 (zum größten Teil) der DDR übergeben und von ihr in Merseburg unter Verschluss gehalten.

1989 ff:Das Geheime Staatsarchiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (GStA) in Berlin-Dahlem übernimmt nach der Wende die Akten und macht sie der Forschung zugänglich.

1996 lässt der Deutsche Governorrat die ca. 30 Tsd. Akten ordnen und die Übersicht in einem ca 900 Seiten umfassendes Findbuch veröffentlichen. Seit 2004 ist das Findbuch als pdf-Datei abrufbar. Damit steht einer gründlichen, quellenbasierten historisch-kritischen Aufarbeitung nichts mehr im Wege. Mehrere Altclubs haben davon Gebrauch gemacht.

Wilperts Buch wird doch veröffentlicht

1983: Der RC Bonn veröffentlicht das 1962 gesperrte Buch "Rotary in Deutschland. Ein Ausschnitt aus deutschem Schicksal" als Typoskript in 500 gedruckten Exemplaren als einen "schonungslos ehrlichen Bericht" und schreibt im Vorwort: "Was bei Rotary geschah war 'beispielhaft für unser ganzes Volk, im Beharren wie im Versagen, im Guten wie im Bösen.' Besonders schlimm ist es, rückschauend, daß viele Rotarier - auch hier wie viele Deutsche - nicht erkannt haben, was Antisemitismus in Wahrheit ist und wohin er konsequent führen muß. 'Rotary judenrein' zu machen - und daß es dadurch geschah, daß man den freiwilligen Austritt der jüdischen Freunde nicht nur in Kauf nahm, sondern sogar als 'Opfer' der jüdischen Freunde wertete, Rotary zu erhalten - das war schlimm, ein Verstoß gegen rotarische Grundsätze, die zu halten man sich gerade bemühte."

Aufarbeitung der Vergangenheit

1962 Bild Wilpert Einige Rotarier bemühen sich schon Anfang der 60er Jahre um die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit. Nach einem Aufruf im "Der Rotarier" verfasst PDG Friedrich von Wilpert (RC Bonn), Journalist, Gründungsmitglied und Sekretär des RC Danzig, Zeitzeuge und Wehrmachtsoffizier eine ausführliche und umfassende Dokumentation der Geschichte Rotarys zwischen 1927 und 1952 in Deutschland (288 S.) und belegt dies ausführlich mit Abschriften aus den Originaldokumenten, die ihm aus der Vorkriegszeit zur Verfügung stehen.

Der Governorrat finanziert das Projekt, würdigt 1963 die "große Arbeit" des Verfassers, verhindert aber ihre Veröffentlichung. Das umfangreiche Buch soll frühestens 50 Jahre nach Auflösung der Clubs - also 1987 - erscheinen. Die Stimmung im Governorrat der frühen 60er Jahre wird im Protokoll der Herbsttagung in Wiesbaden 1961, S. 4, deutlich: keine politischen Themen, "nicht mehr zu ertragende Gedanken der unbewältigten Vergangenheit", "wer Zukunft gestalten will, sollte sich nicht auf die Vergangenheit stützen", "politische Dinge sei[en] clubintern".

nach 1945

Die Kritik an den deutschen Clubs dauert an: Nach 1945 kann sich kein deutscher Rotary Club wieder etablieren. Jeder muss unter Auflagen neu gechartert werden - und erst in der neu geschaffenen Bundesrepublik, nach 1949. In der DDR hat Rotary keine Chance, bis nach der Wende die alten Clubs wieder neu gegründet werden und neue Clubs dazukommen.

Während des Krieges

1939ff: Während des Krieges versucht man, sich in privaten Zirkeln weiter zu treffen, doch eingestuft als "Glieder des freimaurerähnlichen Vereins" bleiben Rotarier weiterhin im Visier des Staatssicherheitsdienstes, der auch Informanden im Kreis der Rotarier hat.

Havanna-Resolution

1940: Auf dem RI-Jahreskongress 1940 in Havanna wird die "Respects for Human Rights Resolution" verabschiedet, ein Vorläufer der UN-Menschenrechts-Konvention (an der Rotarier mitgewirkt haben). Dort heißt es: "Wo Freiheit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Vertragstreue und Achtung vor den Menschenrechten missachtet werden, kann Rotary nicht wirksam werden."

Rotary und der Nationalsozialismus in den eroberten Ländern

1938ff: Nach der Besetzung Österreichs 1938 lösen sich auch die österreichischen Clubs auf, zwei Jahre später stirbt Rotary in Spanien und in der Tschechoslowakei. Die Verbindung von RI zu den Clubs in Ungarn, Frankreich, Dänemark, Belgien, Niederlande, Jugoslawien und Rumänien reißt ab.

Internationale Reaktion

Herbst 1937: In der internationalen Familie von Rotary stößt die freiwillige Selbstauflösung der deutschen Clubs auf Unverständnis und Kritik, hatten doch die deutschen Rotarier vier Jahre lang die Entwicklung in Deutschland hoffnungsvoll positiv dargestellt und die Probleme heruntergespielt.

RI bedauert die Entwicklung: "...Rotarians everywhere will deeply regret that Clubs in Germany have found it necessary to discontinue the fellowship." (The Rotarian, Nov. 1937)

Auflösung der deutschen Clubs 1937

15. Oktober 1937: Am 23. August 1937 verfügt die NSDAP für ihre Mitglieder die Unvereinbarkeit einer Mitgliedschaft bei Rotary. Daraufhin beschließt die 73. Rotary-Distriktvollversammlung im September die Selbstauflösung aller noch bestehenden deutschen Clubs zum 15. Oktober 1937.

Dieser letzte Versuch, sich der Partei anzudienen, scheitert, und so lösen sich die deutschen Clubs (siehe die Liste aller Clubs mit Gründungsdatum, Herbst 1937 angesichts eines zu erwartenden Verbots freiwillig auf und lösen sich aus der internationalen Gemeinschaft.

Die Charter-Urkunden werden, soweit nicht von der Gestapo konfisziert, an das Zürcher Büro zurückgeschickt. Die Akten werden der GESTAPO übergeben oder von ihr eingezogen.

Unterwerfungserklärung

13. August 1937: Die vielfältigen Bemühungen, Rotary in Deutschland zu erhalten, bleiben ohne Erfolg. Selbst die Unterwerfungserklärung seitens Distriktleiter (=Governor) Grille hilft nicht. In seiner Denkschrift an den Reichsinnenminister Fricke, in der er die Verdienste von Rotariern um das Ansehen der Deutschen in der Welt noch einmal zusammenfasst, schreibt er am Ende:

"1. Die deutschen Rotary Clubs stehen in unerschütterlicher Treue zum Führer auf dem Boden der weltanschaulichen Einstellung des Dritten Reiches.
2. Die deutschen Rotary Clubs haben in ihren Reihen keine Juden mehr und nehmen auch keine mehr auf.
3, Die deutschen Rotary Clubs erklären sich nach wie vor bereit, die ihnen von der obersten Parteiführung mitgeteilten Wünsche zu erfüllen.
4. Die deutschen Rotary Clubs bitten, dass ein hervorragendes Mitglied der Partei und Staatsführung den Ehrenvorsitz über die deutschen Rotary Clubs übernimmt.
5. Der Distriktleiter würde es dankbar begrüßen, wenn ihm Gelegenheit gegeben würde, sich bei allen wichtigen Anlässen und Entschließungen der vorherigen Zustimmung der obersten Partei- und Staatsführung zu versichern und dieser laufend über die rotarische Bewegung in Deutschland Bericht zu erstatten.
Heil Hitler! gez. Grille, Leiter des 73. Distrikts"

Und Rotary International?

RI weigert sich, politisch zu handeln. Auf Bernhard Shaw's ironische Frage "Where is Rotary going" und seine schnelle Antwort "to lunch!", antwortet Paul Harris mit einem Bekenntnis zur rotarischen Freundschaft und versichert Shaw, Rotary sei durchaus an vielen Stellen bereit zu dienen - nach dem Lunch. (Graumann, 191-193).

Machtergreifung der Nationalsozialisten 30. Januar 1933

1933:Thomas Mann Die scharfe Nazifizierung aller Bereiche des Lebens hat sofortige Auswirkungen auf viele – nicht alle! – Rotary Clubs. Jüdische und andere den neuen Machthabern missliebige Mitglieder (prominentester Fall war Thomas Mann, Gründungsmitglied des RC München) werden zum Austritt gedrängt oder aus den Clubs ausgeschlossen. Die einen werden „gestrichen“, die anderen verlieren ihre Klassifikation, wiederum andere sollen selbst ihren Austritt erklären.

Die Zahl der Rotarier sinkt innerhalb weniger Monate um 500 Mitglieder. Die ersten Clubs lösen sich schon im April 1933 auf, andere liegen zunehmend brach. Einige leisten dem NS-Druck zunächst noch Widerstand und stellen sich schützend vor ihre jüdischen Mitglieder, z.B. der RC Erfurt. Welche Folgen das für sie hatte und wo sie vielleicht auch Erfolg hatten, ist unbekannt. Manche Clubs sehen eine „Überlebensmöglichkeit“ in der intensiven Aufnahme nationalsozialistischer Mitglieder oder vertreten offen NS-Ziele.

Gespräche mit der Parteileitung der NSDAP bleiben ergebnislos. Aufschlussreich ist der Bericht über ein Gespräch zwischen dem Governor des 73. Distrikts (Deutschland/Österreich) Prinzhorn und dem Reichsführer der SS Himmler im Mai 1933 --> hier nachzulesen.

Der Druck nimmt zu: 1934 müssen Offiziere ihren Club verlassen, danach leitende Beamte, am Ende auch alle Parteigenossen. Die Clubs trocknen aus.

Rotary vor 1933

In Deutschland sind 35 Rotary Clubs gegründet worden, angefangen mit Hamburg und Frankfurt (1927), Kiel, München, Stuttgart, Dresden und Berlin (1928) sowie 28 weiteren bis August 1932. Zusammen mit den Clubs in Österreich zählt man Anfang 1933 1700 Rotarier. Paul Harris besucht Deutschland im August 1932 und nimmt an der Charterfeier in Hannover teil, reist danach weiter nach Berlin und pflanzt auf dem Tempelhofer Feld einen Freundschaftsbaum.  

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